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Finde dein Ehrenamt auf

Ehrenamt für Studierende: Wie du Studium und Engagement verbindest

Zwischen Vorlesungen, Prüfungen und Nebenjob bleibt oft wenig Raum für ein Ehrenamt für Studierende. Dabei sind gerade junge Menschen in Ausbildung besonders offen für gesellschaftliches Engagement und soziale wie auch persönliche Weiterentwicklung. Der Grund, warum viele es trotzdem nicht umsetzen, liegt selten am fehlenden Interesse, sondern meist an der Frage, wie sich eine freiwillige Tätigkeit realistisch neben dem Studium organisieren lässt. 

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie es aktuell um das Engagement von Studierenden in Deutschland steht, welche Möglichkeiten es auf und außerhalb des Campus gibt und worauf du achten solltest, damit dein Ehrenamt mit dem Studium gut zusammenpasst. 

Inhalt:

  1. Ehrenamtliches Engagement von Studierenden in Deutschland
  2. Wo und wie sich Studierende ehrenamtlich engagieren können
  3. Worauf du als Studierende*r beim Ehrenamt achten solltest
  4. Finde dein Ehrenamt neben dem Studium auf vostel.de
  5. FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt für Studierende

1. Ehrenamtliches Engagement von Studierenden in Deutschland

Ehrenamtliches Engagement hat in Deutschland einen festen Platz in der Gesellschaft. Laut dem aktuellen Freiwilligensurvey engagierten sich im Jahr 2024 rund 36,7 %  der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig, das entspricht knapp 27 Millionen Menschen. Studierende sind dabei traditionell eine besonders Engagement-bereite Gruppe. In früheren Erhebungen lag ihre Quote mit 43% (vs. 36%) deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt. 

Ehrenamt & Stipendium

Das liegt auch daran, dass sich ehrenamtliches Engagement direkt auszahlen kann: Zahlreiche Stipendienprogramme wie das Deutschlandstipendium oder die Stiftungen der politischen Parteien berücksichtigen bei der Vergabe nicht nur Noten, sondern auch gesellschaftliches Engagement. Wie genau ein Ehrenamt deine Stipendienbewerbung stärken kann, erfährst du in unserem Beitrag zu Stipendium & Ehrenamt.

Oft fehlen Kapazitäten

Gleichzeitig zeigt sich aber, warum Engagement bei dieser Gruppe oft wieder eingeschränkt oder aufgegeben wird. Bei Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden zählen die Anforderungen von Schule und Ausbildung mit 80 % zu den häufigsten Gründen, warum sie ihre freiwillige Tätigkeit einschränken oder ganz beenden. Enge Studienstrukturen, Prüfungsphasen und häufig notwendige Nebenjobs lassen vielen schlicht wenig Zeitpuffer. 

Engagement trotz vollem Terminkalender

Der Wunsch nach gesellschaftlicher Mitgestaltung ist bei Studierenden also durchaus vorhanden, die Herausforderung liegt eher in der praktischen Umsetzung. Genau deshalb braucht es Engagementformen, die sich flexibel in den Studienalltag einfügen lassen, sei es zeitlich begrenzt, projektbezogen oder direkt in die Hochschule integriert. Wie das konkret aussehen kann, zeigt das nächste Kapitel.

2. Wo und wie sich Studierende ehrenamtlich engagieren können 

Je nachdem, wie viel Zeit und Interesse du mitbringst, gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, dich zu engagieren. Manche Formen eignen sich für ein einmaliges Engagement, andere für eine regelmäßige, langfristige Tätigkeit.

Engagement direkt an der Hochschule

Wer ohnehin regelmäßig auf dem Campus ist, findet oft direkt dort ein Ehrenamt, das sich leicht in den bestehenden Alltag einfügt, ganz ohne zusätzliche Wege. Viele Hochschulen bieten dafür unterschiedliche Möglichkeiten:

  • AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss): Vertretung studentischer Interessen gegenüber der Hochschule, von sozialer und rechtlicher Erstberatung bei Fragen rund ums Studium bis zu Hochschulpolitik
  • Fachschaften: Organisation von Erstsemester-Einführungen, Exkursionen oder studentischen Anliegen im jeweiligen Fach
  • Hochschulradio, -zeitung oder -fernsehen: praktische Erfahrung für alle, die später im Medien- oder Kommunikationsbereich arbeiten möchten
  • Studentische Initiativen und Hochschulgruppen: selbstorganisierte Vereine und Gemeinschaften, die sich für sozial relevante und politische Themen einsetzen, z. B. zu Nachhaltigkeit, Chancengleichheit, politischen Lagen oder internationalem Austausch
  • Mentoring-Programme: Unterstützung neuer Studierender beim Einstieg ins Studienleben

Service Learning: Engagement wird Teil des Studiums

Eine weitere Engagementmöglichkeit ist Service Learning, auch „Lernen durch Engagement“ genannt. Hier werden gemeinwohlorientierte Projekte direkt im Rahmen von Seminaren geplant und umgesetzt, teils sogar mit Leistungspunkten fürs Studium. So verbindest du fachliches Lernen direkt mit gesellschaftlichem Engagement, ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand außerhalb deines Stundenplans. Mehr zum Konzept erfährst du beim Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung, das Service Learning an deutschen Hochschulen fördert und vernetzt.

Engagement bei Non-Profit-Organisationen

Wer über den Campus hinausblicken möchte, findet bei gemeinnützigen Organisationen ein breites Spektrum an Möglichkeiten, von sozialen Organisationen wie der Tafel oder Patenschaftsprogrammen über Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen bis hin zu politischem und kulturellem Engagement, je nachdem, wie viel Zeit und Verbindlichkeit du einbringen kannst.

Einmaliges Engagement
Ideal, wenn du erst einmal reinschnuppern oder dich zeitlich nicht langfristig binden möchtest, zum Beispiel:

  • Mithilfe bei einer Spendenaktion oder einem Charity-Lauf
  • Unterstützung bei einem Cleanup, etwa einer Müllsammelaktion am Fluss oder im Park
  • Ein einzelner Einsatz in der Obdachlosenhilfe, der Kleiderausgabe oder der Tafel

Projektbezogenes Engagement
Zeitlich begrenzt, aber mit etwas mehr Kontinuität als ein einmaliger Einsatz, zum Beispiel:

  • Mitarbeit bei einem Kulturfestival oder einer studentischen Konferenz
  • Begleitung eines Umweltprojekts, etwa einer Renaturierungsmaßnahme
  • Social-Media- oder Öffentlichkeitsarbeit für eine zeitlich begrenzte Kampagne

Regelmäßiges Engagement
Für alle, die eine feste, wiederkehrende Aufgabe übernehmen möchten:

  • Wöchentliche Mithilfe bei der Tafel oder in einer Suppenküche
  • Regelmäßige Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung für Kinder aus einkommensschwachen Familien
  • Mitarbeit in einem Tierheim oder einer Umweltschutzorganisation
  • Engagement in einem Sportverein, etwa als Übungsleiter*in

Viele Studierende entscheiden sich bewusst für ein Thema, das inhaltlich zu ihrem Studienfach passt, etwa um theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden. Das ist jedoch kein Muss, entscheidend ist am Ende, dass die Tätigkeit zu deinen Interessen passt.

3. Worauf du als Studierende*r beim Ehrenamt achten solltest 

Realistisch planen, damit das Studium nicht leidet

Die größte Herausforderung ist meistens das Zeitmanagement. Bevor du dich für ein Ehrenamt entscheidest, lohnt sich ein ehrlicher Blick in deinen Stundenplan: Wie viel Zeit hast du wirklich übrig, auch in Prüfungsphasen? Es ist völlig in Ordnung, klein anzufangen oder dich für ein zeitlich begrenztes Projekt statt eine dauerhafte Verpflichtung zu entscheiden.

Ehrenamtspauschale und BAföG

Für dein Engagement kannst du eine finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten, die sogenannte Ehrenamtspauschale. Sie liegt 2026 bei bis zu 960 Euro im Jahr und ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Wichtig zu wissen ist, dass diese Pauschale bei deinen BAföG-Leistungen nicht angerechnet wird. Dein Ehrenamt hat also keinen Einfluss auf deine Förderung.

Die 20-Stunden-Grenze bei Werkstudi-Jobs gilt nicht für das Ehrenamt

Falls du zusätzlich als Werkstudent*in arbeitest, gilt die Regel, dass du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche beschäftigt sein solltest, um weiterhin primär als Student*in zu gelten. Dein Ehrenamt musst du dabei nicht mit einrechnen, da es sich nicht um ein Beschäftigungsverhältnis handelt und entsprechend nicht auf diese Grenze angerechnet wird. Informiere dich im Zweifel trotzdem bei deiner Krankenkasse oder Hochschule, wenn du parallel Job und Ehrenamt kombinierst.

4. Finde dein Ehrenamt neben dem Studium auf vostel.de

Du weißt jetzt, welche Art von Ehrenamt zu deinem Zeitbudget und Studienalltag passt. Auf vostel.de findest du die passenden Angebote dazu: Nutze den Filter nach Zeitaufwand, um gezielt nach Engagements zu suchen, die sich auch neben Prüfungsphasen gut einbauen lassen, oder filtere nach Themenbereich, wenn du etwas Fachnahes oder bewusst Fachfremdes suchst.

5. FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt für Studierende

Wie finde ich als Studierende*r ein passendes Ehrenamt?

Der einfachste Einstieg ist oft die eigene Hochschule, etwa über AStA, Fachschaft oder Mentoring-Programme. Wer über den Campus hinausblicken möchte, findet auf Plattformen wie vostel.de zahlreiche weitere Möglichkeiten nach Thema, Ort und Zeitaufwand gefiltert.

Wie bringe ich Ehrenamt und Studium zeitlich unter einen Hut?

Am besten startest du mit einem realistischen Blick auf deinen Stundenplan, gerade mit Blick auf Prüfungsphasen. Zeitlich begrenzte oder projektbezogene Engagements lassen sich oft leichter integrieren als langfristige, wöchentliche Verpflichtungen.

Welche Vorteile hat ein Ehrenamt für mein späteres Berufsleben?

Ehrenamtliches Engagement vermittelt Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Organisationsgeschick oder Kommunikationsstärke, die auch im Berufsleben gefragt sind. Es macht sich zudem gut im Lebenslauf und zeigt Personalverantwortlichen, dass du Verantwortung übernimmst und über deinen eigenen Tellerrand hinaus blickst. Wichtiger als der reine Karrierenutzen sollte jedoch die eigene Motivation für das Engagement sein. 

Was ist Service Learning und bekomme ich dafür Credit Points?

Service Learning verbindet gemeinwohlorientierte Projekte direkt mit Seminarinhalten. Je nach Hochschule und Studiengang können dafür Credit Points vergeben werden. Am besten informierst du dich dazu direkt bei deiner Hochschule.

Hat ein Ehrenamt Einfluss auf mein BAföG?

Nein. Die Ehrenamtspauschale wird bei der BAföG-Berechnung nicht als Einkommen angerechnet.

Darf ich neben einem Werkstudentenjob noch ehrenamtlich aktiv sein?

Ja. Die 20-Stunden-Grenze für Werkstudent*innen bezieht sich auf Beschäftigungsverhältnisse. Ehrenamtliche Tätigkeiten zählen in der Regel nicht dazu, im Zweifel lohnt sich aber eine Nachfrage bei Krankenkasse oder Hochschule.

Was ist die Ehrenamtspauschale und gilt sie auch für Studierende?

Die Ehrenamtspauschale ist ein steuerlicher Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen, 2026 liegt sie bei bis zu 960 Euro im Jahr. Sie steht grundsätzlich allen Ehrenamtlichen offen, unabhängig vom Status als Studierende*r.

Welche hochschulinternen Ehrenamtsmöglichkeiten gibt es?

Dazu zählen unter anderem AStA, Fachschaften, Hochschulradio oder -zeitung sowie Mentoring-Programme für Erstsemester und studentische Initiativen.

Wie wirkt sich ein Ehrenamt im Lebenslauf aus, auch wenn ich dadurch länger studiere?

Ein Ehrenamt zeigt Engagement, Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenzen. Viele Personalverantwortliche bewerten ein oder zwei zusätzliche Semester positiv, wenn sie sinnvoll genutzt wurden, etwa durch ehrenamtliches Engagement.

Kann ich mich auch engagieren, ohne viel Zeit oder eine langfristige Bindung einzugehen?

Ja. Viele Engagementformen sind zeitlich begrenzt oder projektbezogen, etwa bei einzelnen Veranstaltungen oder Aktionen. So lässt sich Ehrenamt auch mit wenig Zeit gut in den Studienalltag integrieren.


Dein vostel.de Team wünscht dir wertvolle Erfahrungen in deinem Ehrenamt neben dem Studium!

Das vostel.de Team


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