Ehrenamt in der Hospizarbeit: Das erwartet dich
Jedes Jahr sterben in Deutschland über 850.000 Menschen Die meisten von ihnen wünschen sich, diesen letzten Lebensabschnitt zuhause und in vertrauter Umgebung zu verbringen. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn ein Großteil verstirbt in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, viele davon allein. Genau hier setzt das Ehrenamt in der Hospizarbeit an.
Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie ihren Angehörigen die Zeit, Zuwendung und das offene Ohr, die im stressigen Klinik- und Pflegealltag fehlen. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie es um die Sterbebegleitung in Deutschland steht, welche Organisationen hier unterstützen und worauf du als Ehrenamtliche*r achten solltest, wenn du in diesem besonderen Bereich aktiv werden möchtest.
Inhalt:
- Die Situation von Sterbenden und Angehörigen in Deutschland
- Wie Organisationen und Ehrenamtliche in der Hospizarbeit unterstützen
- Worauf du beim Ehrenamt in der Hospizarbeit achten solltest
- Finde dein Ehrenamt in der Hospizarbeit auf vostel.de
- FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt in der Hospizarbeit
1. Die Situation von Sterbenden und Angehörigen in Deutschland

Pro Jahr verstirbt in Deutschland etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung, das entspricht mehreren hunderttausend Menschen. Befragungen zeigen dabei immer wieder eine deutliche Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Rund vier von zehn Menschen wünschen sich, in einer Hospiz- oder Sterbebegleitungseinrichtung zu sterben. In der Realität verbringen jedoch weit mehr als die Hälfte der Menschen ihre letzten Tage im Krankenhaus oder Pflegeheim.
Nur ein kleiner Teil stirbt in einer spezialisierten Hospizeinrichtung (rund 4,8 Prozent) oder auf einer Palliativstation (rund 6,2 Prozent). Besonders belastend ist, dass viele Menschen alleine sterben. Im Krankenhaus betrifft das etwa jede fünfte Person, im Pflegeheim sogar jede dritte. Auch die Angst davor ist groß, rund zwei Drittel der Menschen befürchten, im Sterben allein gelassen zu werden.
2. Was Organisationen und Ehrenamtliche in der Hospizarbeit leisten

Was Hospizdienste leisten
In Deutschland gibt es zwei Formen der Hospizversorgung: die ambulante und die stationäre. Ambulante Hospizdienste begleiten Menschen dort, wo sie leben, also zuhause, in Pflegeheimen oder auf Krankenhausstationen. Stationäre Hospize sind eigene Einrichtungen mit familiärem Charakter, in denen unheilbar kranke Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen, im Schnitt etwa 22 Tage.
Angeboten werden diese Versorgungen von großen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, Diakonie, DRK, AWO, den Johannitern und Maltesern, aber auch von zahlreichen kleineren, oft rein ehrenamtlich organisierten Hospizvereinen vor Ort. Der Deutsche Hospiz- und Palliativ Verband (DHPV) ist dabei die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung und vernetzt die vielen einzelnen Träger.
Woher kommt die Hospizbewebung?
Die Hospizbewegung in Deutschland entstand in den 1980er Jahren aus ehrenamtlichem Engagement heraus mit dem Ziel, sterbenden Menschen psychosozialen, spirituellen und teils medizinischen Beistand zu geben. Seitdem hat sich viel getan. Die Zahl der ambulanten Hospiz- und Palliativdienste hat sich seit 1996 mehr als verdreifacht. Heute gibt es in Deutschland:
- rund 1500 ambulante Hospizdienste
- ca. 270 stationäre Hospize für Erwachsene und 21 für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
- ca. 330 Palliativstationen in Krankenhäusern, davon vier speziell für Kinder und Jugendliche
Trotz dieses Ausbaus bleibt die Lücke zwischen Wunsch und Realität groß. Genau deswegen braucht es weiterhin engagierte Menschen, die Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite stehen.
Wie Ehrenamtliche eingebunden sind

Die Hospizarbeit wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich. Mehr als 100.000 Menschen sind in Deutschland auf diese Weise aktiv. Ein großer Teil der ambulanten Hospizdienste arbeitet sogar ausschließlich ehrenamtlich, ohne Förderung durch Krankenkassen.
Bevor Ehrenamtliche selbst Sterbende begleiten, durchlaufen sie eine strukturierte Vorbereitung. Danach übernehmen sie ganz unterschiedliche Aufgaben, je nachdem, was zu ihnen passt. Typische Tätigkeitsfelder in der ehrenamtlichen Hospizarbeit sind:
- Sterbebegleitung: Zeit schenken, zuhören, da sein, sei es zuhause, im Pflegeheim, Krankenhaus oder stationären Hospiz
- Trauerbegleitung: Angehörige auch nach dem Tod eines Menschen weiter begleiten, zum Beispiel in Trauergruppen
- Kinder– und Jugendhospizarbeit: Begleitung von lebensverkürzt erkrankten Kindern, Jugendlichen oder deren Geschwistern
- Wünsche erfüllen: Unterstützung bei Wünschewagen-Projekten, die schwerkranken Menschen einen letzten besonderen Ausflug ermöglichen
- Unterstützung im Hintergrund: Wer keinen direkten Kontakt zu Sterbenden möchte, kann sich im Fundraising, in der Veranstaltungsorganisation oder Öffentlichkeitsarbeit einbringen
So vielfältig die Aufgaben sind, das gemeinsame Ziel ist immer, den schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie ihren Angehörigen ein Stück Würde, Sicherheit und Menschlichkeit zurückzugeben.
3. Worauf du beim Ehrenamt in der Hospizarbeit achten solltest

Die Vorbereitung ist Pflicht
Anders als bei vielen anderen Ehrenämtern ist eine strukturierte Vorbereitung hier verpflichtend. Für die ambulante Sterbebegleitung liegt der Umfang meist bei 80 bis 120 Stunden, für den stationären Bereich meist bei rund 60 Stunden. In den Kursen geht es nicht nur um praktisches Wissen, wie zum Beispiel zu Kommunikation, Nähe und Distanz oder rechtlichen Grundlagen wie der Patientenverfügung. Es geht vor allem um die eigene innere Haltung. Eine medizinische oder pflegerische Ausbildung brauchst du dafür nicht. Im Fokus steht das Dasein, nicht die Pflege.
Bist du dafür geeignet?
Für dieses Ehrenamt braucht es vor allem eine stabile persönliche Situation. Wer sich selbst gerade in einer akuten Lebenskrise oder in Trauer befindet, sollte mit dem Einstieg noch warten. Wichtig sind stattdessen:
- Offenheit und Wertfreiheit gegenüber den Themen Krankheit, Sterben und Tod
- die Fähigkeit, sich abzugrenzen und eigene Belastungen nicht mit nach Hause zu nehmen
- Verlässlichkeit, da eine gewachsene Vertrauensbeziehung entsteht
- zeitliche Flexibilität, denn viele Begleitungen sind auf unbestimmte Zeit angelegt
Umgang mit der eigenen Belastung
Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod kann emotional fordernd sein. Deshalb bieten Hospizdienste in der Regel feste Koordinator*innen als Ansprechpersonen sowie regelmäßige Austausch- oder Supervisionsgruppen an. Diese Angebote helfen dabei, Erlebtes zu verarbeiten und die eigene Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden.
Wenn du merkst, dass eine Begleitung mehr fordert, als du geben kannst, ist es wichtig, dich an die Verantwortlichen deiner Organisation zu wenden. Sie unterstützen dich dabei, eine passende Lösung zu finden.
4. Finde dein Ehrenamt in der Hospizarbeit auf vostel.de
Du möchtest Sterbenden und ihren Angehörigen Zeit, Nähe und ein offenes Ohr schenken? Oder dich lieber im Hintergrund einbringen, ohne direkten Kontakt zu Sterbenden? Auf vostel.de findest du zahlreiche Engagementmöglichkeiten in der Hospizarbeit, deutschlandweit und bei unterschiedlichen Trägern.
5. FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt für Patenschaften und Mentoring
Was macht man als ehrenamtliche*r Hospizbegleiter*in genau?
Im Mittelpunkt steht das Dasein für schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige. Das kann Zuhören, gemeinsames Schweigen, Vorlesen oder einfach nur Zeit verbringen sein. Wer keinen direkten Kontakt möchte, kann sich auch bei organisatorischen Aufgaben einbringen.
Braucht man eine medizinische oder pflegerische Ausbildung dafür?
Nein. Ehrenamtliche übernehmen keine pflegerischen oder medizinischen Aufgaben, dafür sind hauptamtliche Fachkräfte zuständig. Wichtiger sind Empathie, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf Menschen in einer besonders sensiblen Lebensphase einzulassen.
Wie läuft die Vorbereitung ab und wie lange dauert sie?
Vor dem Einsatz absolvierst du einen verpflichtenden Vorbereitungskurs. Je nach Anbieter und Einsatzbereich liegt der Umfang meist zwischen 60 Stunden (stationär) und 120 Stunden (ambulant). Themen sind unter anderem Kommunikation, Nähe und Distanz sowie rechtliche Grundlagen.
Wie viel Zeit muss ich einbringen?
Nach der Ausbildung engagieren sich die meisten Ehrenamtlichen zwei bis vier Stunden pro Woche. Der genaue Umfang wird individuell mit deiner Koordinationsstelle abgesprochen.
Bin ich dafür geeignet, auch wenn ich Berührungsängste mit dem Thema Tod habe?
Ein gewisses Maß an Offenheit gegenüber Krankheit, Sterben und Tod ist wichtig, muss aber nicht von Anfang an vollständig da sein. Genau dafür gibt es die Vorbereitungskurse. Wichtig ist vor allem, dass du dich aktuell nicht selbst in einer akuten Lebenskrise oder frischen Trauer befindest.
Was ist der Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Hospizarbeit?
Ambulante Hospizdienste begleiten Menschen dort, wo sie leben, etwa zuhause, im Pflegeheim oder Krankenhaus. Stationäre Hospize sind eigene Einrichtungen, in denen Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen.
Kann ich mich auch engagieren, ohne direkten Kontakt zu Sterbenden zu haben?
Ja. Neben der direkten Begleitung gibt es viele weitere Möglichkeiten, etwa in der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Spendenakquise oder bei der Organisation von Veranstaltungen.
Was passiert, wenn mich eine Begleitung emotional zu sehr belastet?
Hospizdienste bieten in der Regel feste Ansprechpersonen sowie regelmäßige Austausch- oder Supervisionsgruppen an. So kannst du Erlebtes verarbeiten und musst mit belastenden Erfahrungen nicht allein bleiben.
Was ist Kinderhospizarbeit?
Kinderhospizarbeit richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen sowie deren Geschwister und Familien. Die Begleitung und Vorbereitung sind auf diese besondere Zielgruppe zugeschnitten.
Kostet die Vorbereitung etwas, oder wird sie erstattet?
Das ist von Organisation zu Organisation unterschiedlich. Manche Hospizdienste erheben eine Kursgebühr, die nach einer bestimmten Zeit ehrenamtlicher Mitarbeit zurückerstattet wird. Informiere dich am besten direkt bei deiner gewünschten Organisation.
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Dein vostel.de Team wünscht dir wertvolle Erfahrungen im Ehrenamt in der Hospizarbeit!








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