Ehrenamt im Bereich Klima- und Naturschutz: Das erwartet dich
Tausende Menschen in Deutschland setzen sich jeden Tag ehrenamtlich für Klima und Natur ein: Sie pflanzen Bäume, engagieren sich in der Umweltbildung, räumen Müll aus Parks und Wäldern oder unterstützen lokale Umweltschutzprojekte. Gemeinsam zeigen sie, dass jede*r einen Beitrag für Klima- und Naturschutz leisten kann. Du möchtest auch aktiv werden, weißt aber noch nicht wie?
In diesem Beitrag erfährst du, wie die Lage für Klima und Natur in Deutschland aussieht, welche Organisationen sich engagieren und was du im Ehrenamt konkret tun kannst.
Inhalt:
- Klima- & Naturschutz in Deutschland
- Wie Organisationen und Ehrenamtliche Klima und Natur schützen
- Worauf du beim Ehrenamt im Klima- und Naturschutz achten solltest
- Finde dein Ehrenamt im Klima- und Naturschutz auf vostel.de
- FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt im Klima- und Naturschutz
1. Klima- & Naturschutz in Deutschland

Klima- und Naturschutz in Deutschland umfasst verschiedene Bereiche, die wir uns im Folgenden näher anschauen wollen, um ein Bild der aktuellen Situation und der Herausforderungen zu bekommen.
Deutschlands Wälder im Wandel
Ein Drittel der deutschen Landfläche, also rund 11,5 Millionen Hektar, ist mit Wald bedeckt (Bundeswaldinventur 2024, BMEL). Die Waldfläche hat seit 2012 geringfügig zugenommen, doch der Zustand vieler Bäume ist besorgniserregend:
Die extremen Dürresommer zwischen 2018 und 2020 haben dem Wald schwer zugesetzt. Allein zwischen Januar 2018 und April 2021 gingen laut DLR-Auswertung mehr als 500.000 Hektar älterer Waldfläche verloren, das sind rund fünf Prozent der gesamten deutschen Waldfläche (Wikipedia/BWI). Die Fichte, lange Zeit die häufigste Baumart, hat durch Borkenkäferbefall und Trockenheit massiv gelitten und ihren Flächenanteil um 17 Prozent reduziert.
Waldumbau zeigt erste Erfolge
Die gute Nachricht: Der Umbau hin zu artenreicheren Mischwäldern macht Fortschritte. Laut der vierten Bundeswaldinventur (BMEL, 2024) findet sich inzwischen auf 79 Prozent der deutschen Waldfläche Mischwald, ein Anstieg um drei Prozentpunkte seit 2012. Die Fläche der Laubbäume hat im gleichen Zeitraum um sieben Prozent zugenommen.
Zudem ist die Menge an Totholz um ein Drittel gestiegen, was für Naturschutz und Biodiversität besonders bedeutsam ist. 77 Prozent der Wälder sind inzwischen zwei- oder mehrschichtig aufgebaut. Der junge, nachwachsende Wald entsteht zu 91 Prozent aus natürlicher Verjüngung, also ohne gesonderte Saat oder Pflanzung, und ist deutlich naturnäher als ältere Bestände.
Deutschlands Moore: entwässert, aber nicht verloren
Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher und Lebensräume für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Obwohl sie nur drei Prozent der weltweiten Landfläche bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen (NABU). In Deutschland sieht die Lage kritisch aus:
- Ursprünglich bedeckten Moore rund fünf Prozent der deutschen Landfläche
- Heute sind über 90 Prozent dieser Flächen entwässert oder zerstört (NABU, DEHSt)
- Entwässerte Moore verursachen in Deutschland jährlich rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, etwa sieben Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen (Heinrich-Böll-Stiftung)
Um die Klimaziele zu erreichen, müssten jährlich mindestens 50.000 Hektar Moorfläche wiedervernässt werden, derzeit sind es rund 2.000 Hektar pro Jahr (Klimareporter)
Verlust von Artenvielfalt & Biodiversität
Eines der drängendsten Probleme unserer Zeit ist der Verlust an Artenvielfalt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 (PLOS One) ist in Europa bereits jede fünfte Tier- und Pflanzenart in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Für Deutschland schätzt das Umweltbundesamt, dass die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten bis 2080 um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte, wenn sich die globale Erwärmung ungebremst fortsetzt (NABU).
Die wichtigsten Treiber dieses Verlustes:
- Zerstörung und Fragmentierung von Lebensräumen durch Flächenversiegelung und intensive Landnutzung
- Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der Insekten und damit ganze Nahrungsketten gefährdet
- Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster durch den Klimawandel
- Entwässerung von Mooren und Feuchtgebieten, die als Lebensraum für spezialisierte Arten unverzichtbar
Städte brauchen mehr Grün
Rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten mit mindestens 5.000 Einwohnenden. (Umwelt im Unterricht/UBA) Damit ist Stadtnatur für die meisten von uns der direkteste Berührungspunkt mit Natur im Alltag. Grünflächen kühlen das Stadtklima, filtern Luft, speichern Regenwasser und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Doch der Druck auf diese Flächen wächst: In Deutschland werden täglich über 50 Hektar Fläche für Siedlungen und Verkehr verbraucht, das entspricht pro Jahr der Fläche einer Stadt wie Hannover (Deutsche Umwelthilfe, 2024).
Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe aus dem Jahr 2024 unter 190 deutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnenden zeigt: 24 Städte erhielten eine rote Karte, weil sie gleichzeitig stark versiegelt sind und zu wenig kühlendes Grün bieten. Besonders betroffen sind sozial benachteiligte Quartiere, in denen Grün am häufigsten fehlt.
Klimaneutralität bis 2045 bedarf großer Anstrengungen

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Bis 2025 wurden die Emissionen im Vergleich zu 1990 bereits um rund 48 Prozent gesenkt, bis 2030 sollen es mindestens 65 Prozent sein. Die erste Hälfte der Reduktion ist damit erreicht, doch die zweite wird deutlich anspruchsvoller.
Aktuelle Prognosen sagen voraus, dass mit dem gegenwärtigen Kurs eine Klimaneutralität bis 2045 nicht zu erreichen ist. Für die Einhaltung dieser Klimaziele setzen Engagement und Ehrenamt wichtige Impulse, wobei der Großteil der Verantwortung bei Politik und Wirtschaft liegt (Umweltbundesamt, 2025).
2. Wie Organisationen und Ehrenamtliche Klima und Natur schützen

Was gemeinnützige Organisationen leisten
Gemeinnützige Organisationen und Initiativen sind das Rückgrat des Klima- und Naturschutzes in Deutschland. Sie leisten Aufklärungsarbeit, entwickeln Bildungsangebote, pflegen Schutzflächen, betreiben politische Lobbyarbeit und klagen, wenn nötig, für die Durchsetzung von Umweltrecht.
Die größten Umweltschutz-Organisationen in Deutschland:
NABU (Naturschutzbund Deutschland) zählt über 940.000 Mitglieder und Fördernde und ist damit die größte Naturschutzorganisation des Landes. Rund 85.000 Ehrenamtliche leisten dort jährlich etwa drei Millionen Stunden freiwillige Arbeit, von der Pflege von Schutzflächen über Vogelbeobachtung bis zur Umweltbildung mit Kindern.
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ist mit mehr als 2.000 Ortsgruppen bundesweit präsent. Die Schwerpunkte liegen auf praktischer Naturschutzarbeit wie der Pflege von Streuobstwiesen und Moorflächen, aber auch auf politischem Engagement für ökologische Landwirtschaft, Artenschutz und den Schutz von Wäldern und Gewässern.
Greenpeace Deutschland setzt auf öffentlichkeitswirksame Kampagnen und direkte Aktionen, um Missstände in Politik und Wirtschaft sichtbar zu machen. Ehrenamtliche können sich in lokalen Gruppen engagieren oder digitale Kampagnen unterstützen.
Deutsche Umwelthilfe (DUH) verbindet Umwelt- und Verbraucherschutz und ist bekannt dafür, Umweltrecht auch gerichtlich durchzusetzen. Sie setzt sich unter anderem für saubere Luft, gesunde Ökosysteme und nachhaltige Mobilität ein und hat unter anderem die Einführung des Dosenpfands und Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten erstritten.e Kampagnen unterstützen.
Klimaschutz und Klimabildung
Im Bereich Klimaschutz ist GermanZero mit seinem Projekt LocalZero aktiv: Ehrenamtliche helfen dort, ihre eigene Stadt oder Gemeinde Schritt für Schritt klimaneutral zu machen, durch kommunale Klimaschutzpläne und politische Arbeit vor Ort. Die Organisation Acker e.V. wiederum setzt auf Umweltbildung für Kinder: Ehrenamtliche AckerCoaches begleiten Schulklassen dabei, eigene Gemüsebeete anzulegen und so einen direkten Bezug zu Lebensmitteln, Natur und Klimaschutz zu entwickeln.
Baum- und Pflanzenpflege
Auch kleinere, lokale Initiativen leisten wichtige Arbeit: aufBuchen e.V. pflanzt und pflegt gemeinsam mit Freiwilligen Baumsetzlinge im Berliner Bucher Forst. Die Klimazone Bremen-Findorff e.V. gestaltet Urban-Gardening-Projekte, bei denen Ehrenamtliche Pflanzkisten bepflanzen und pflegen. Die Stiftung Unionhilfswerk Berlin sucht Unterstützung bei der Betreuung eines Kiezgartens. Und beim AWO Kreisverband Köln können Freiwillige bei Gartenarbeiten in einem Kinderhaus oder bei lokalen Naturschutzprojekten anpacken.
Wie Ehrenamtliche eingebunden sind
Als Ehrenamtliche*r kannst du dich zum einen direkt in der Natur einbringen: bei Pflanzaktionen, der Pflege von Schutzflächen, Cleanup-Einsätzen oder der Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen. Dort packst du an, erlebst die Wirkung deines Einsatzes unmittelbar und trägst direkt zum Schutz von Lebensräumen bei.
Daneben gibt es viele Aufgaben, die genauso wichtig sind, aber nicht zwingend draußen stattfinden. So kannst du Organisationen in der Öffentlichkeitsarbeit, bei der Koordination von Veranstaltungen oder durch digitales Engagement unterstützen. Diese Tätigkeiten sorgen dafür, dass Projekte zuverlässig laufen und mehr Menschen erreichen.
Typische Tätigkeitsfelder im Ehrenamt im Bereich Klima- und Naturschutz

Ehrenamtliche können sich für Klima- und Naturschutz auf vielfältige Weise einbringen, zum Beispiel:
- Naturpflege: Pflege von Schutzflächen, Kiezgärten oder Stadtbäumen, Mithilfe bei Renaturierungsprojekten oder Krötenschutz.
- Cleanup-Aktionen: Müll aus Parks, Wäldern oder Gewässern sammeln, auch als Plogging (Joggen und Müll aufsammeln) im Alltag.
- Umweltbildung: Kinder und Jugendliche bei Naturführungen oder Schulprojekten für Natur begeistern.
- Förderung von Klimaschutz: Mitarbeit an kommunalen Klimaschutzplänen.
- Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit: Social Media, Newsletter, Informationsmaterialien für Umweltorganisationen, Online-Kampagnen gestalten oder redaktionelle Mitarbeit.
3. Worauf du beim Ehrenamt im Klima- und Naturschutz achten solltest

Naturwissen ist nicht nötig
Eine der häufigsten Hemmschwellen beim Einstieg ins Ehrenamt ist die Sorge, nicht genug zu wissen. Dabei gilt im Klima- und Naturschutz dasselbe wie in den meisten Engagementbereichen: Vorkenntnisse sind willkommen, aber keine Voraussetzung. Einzig der Wunsch und die Bereitschaft, etwas für die Natur tun zu wollen, sollten vorhanden sein. Wer mitmacht, lernt durch die Praxis, durch erfahrene Ehrenamtliche und durch Organisationen, die ihre Freiwilligen in der Regel einführen und begleiten.
Umfang und Einstieg: So findest du das passende Projekt
Die Auswahl an Umweltschutzprojekten, die du unterstützen kannst, ist ziemlich groß. Ein paar Fragen helfen dabei, das richtige Format zu finden:
Finde ein Klima- & Naturschutzprojekt, das zu dir passt
Damit dein Engagement sich stimmig anfühlt und du langfristig dabei bleibst, lohnt es sich, vor dem Einstieg ein paar Fragen zu stellen:
- Was liegt mir? Bist du lieber draußen und packst körperlich an, oder bringst du dich lieber kommunikativ oder organisatorisch ein?
- Wie viel Zeit habe ich realistisch? Ein einmaliger Cleanup ist genauso wertvoll wie ein wöchentliches Engagement, solange es zu deinem Alltag passt.
- Lokal oder ortsunabhängig? Viele Projekte finden direkt in deiner Stadt statt, andere lassen sich von zuhause aus unterstützen.
- Passt die Organisation zu mir? Ein kurzer Blick auf die Werte und Arbeitsweise einer Organisation hilft dabei, ein Umfeld zu finden, in dem du dich wohlfühlst.
- Gibt es eine Einführung? Gute Projekte begleiten ihre Ehrenamtlichen und lassen dich nicht ins kalte Wasser springen.
4. Finde dein Ehrenamt im Klima- und Naturschutz auf vostel.de
Du möchtest aktiv werden? Auf vostel.de findest du eine große Auswahl an Projekten im Bereich Klima- und Naturschutz, von einmaligen Cleanup-Aktionen über regelmäßige Naturpflege bis hin zu Umweltbildung für Kinder. Die Projekte kommen aus ganz Deutschland und sind nach Ort, Zeitaufwand und Tätigkeitsfeld filterbar, damit du schnell findest, was zu dir passt.
5. FAQ – Häufige Fragen zum Ehrenamt im Bereich Klima- und Naturschutz
Was ist der Unterschied zwischen Klima- und Naturschutz?
Klimaschutz zielt darauf ab, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und die Erderwärmung zu begrenzen. Naturschutz konzentriert sich auf den Erhalt von Ökosystemen, Lebensräumen und Artenvielfalt. Beide Bereiche hängen eng zusammen: Intakte Natur schützt das Klima, und ein stabiles Klima schützt die Natur. Im Ehrenamt sind die Grenzen oft fließend.
Kann ich mich auch von zuhause aus engagieren?
Ja. Neben vielen Projekten vor Ort gibt es auch ortsunabhängige Möglichkeiten, etwa die digitale Unterstützung von Umweltorganisationen in Social Media oder der Öffentlichkeitsarbeit, redaktionelle Mitarbeit oder die Mitgestaltung von Informationsmaterialien.
Welche Organisationen kann ich im Bereich Klima- und Naturschutz unterstützen?
Die Auswahl ist groß. Zu den bekanntesten gehören NABU, BUND, GermanZero und Acker e.V. Darüber hinaus gibt es viele lokale Initiativen und Projekte, die ebenfalls dringend Unterstützung suchen. Auf vostel.de findest du Projekte von Organisationen aus ganz Deutschland gesammelt an einem Ort.
Was bewirkt mein Ehrenamt wirklich?
Einen konkreten und messbaren Beitrag. Allein beim NABU leisten jährlich rund 85.000 Ehrenamtliche etwa drei Millionen Stunden freiwilliger Arbeit. Jeder gepflanzte Baumsetzling, jede Cleanup-Aktion, jedes Kind, das durch einen AckerCoach lernt, wie Gemüse wächst, ist ein direkter Beitrag zum Schutz von Natur und Klima. Und: Ehrenamtliches Engagement hält das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema wach, auch dann, wenn es politisch und medial in den Hintergrund tritt.
Dein vostel.de Team wünscht dir wertvolle Erfahrungen in deinem Ehrenamt für Klima- und Naturschutz!








Noch keine Kommentare!