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Frau schaut über eine Menschenmenge bei einer Demonstration

Engagieren gegen Rechts & für Demokratie: das kannst du jetzt tun

Anfang Januar 2024 deckten die Recherchen von Correctiv menschenverachtende Pläne von Neonazis, AfD-Abgeordneten, Mitglieder der Werteunion und Unternehmern für eine massenhafte Vertreibung von Menschen aus Deutschland auf. Das ist besonders erschreckend vor dem Hintergrund steigender Zustimmungswerte für die AfD in einem Jahr, in dem neben der Europawahl am 09. Juni auch neun Kommunalwahlen sowie Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg stattfinden. Zurecht stellen sich jetzt viele Menschen in Deutschland die Frage, wie sie sich – im besten Fall nachhaltig – gegen Rechts und für eine starke Demokratie engagieren können. Wir zeigen, was jetzt konkret getan werden kann.

So kannst du dich gegen Rechts & für eine vielfältige Demokratie engagieren:
      1. Besuche Demonstrationen gegen Rechts & für Vielfalt
      2. Arbeite mit anderen engagierten Menschen an Projekten gegen Rechts
      3. Nutze Gesprächsstrategien & Fakten gegen Stammtischparolen
      4. Verstehe das Rassismus-Problem, indem du Betroffenen zuhörst
      5. Engagiere dich für aktiv für demokratiefördernde Projekte über vostel.de
      6. Spende für Organisationen gegen Rechts & für eine starke Demokratie

1. Besuche Demonstrationen gegen Rechts & für Vielfalt

Bild: Canva

In den letzten Wochen und Monaten wurde immer wieder von der schweigenden Mehrheit gesprochen und das zu Recht, denn…

Es gibt kaum eine Gruppe, die so viel Einfluss auf die Weltgeschichte hat wie die Gleichgültigen. Und das Bemerkenswerte daran ist, niemand spricht von ihnen. Ihre Passivität hat die radikalsten Umbrüche ermöglicht. Die Gleichgültigen nehmen alles hin, wie es kommt. Sie sind weder dafür noch dagegen. Engagement ist für sie ein rotes Tuch.“

– Rafik Schami, syrisch-deutscher Schriftsteller –

Genau aus diesem Grund ist es eine tolle Nachricht, dass sich seit Mitte Januar mehr als eine Million Menschen zu Demonstrationen in ganz Deutschland zusammengefunden haben. Denn gemeinsam Gesicht zeigen und nicht länger zu schweigen ist der erste wichtige Schritt, um ein starkes Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Die Proteste müssen weiter gehen

Im Laufe des Jahres wird es wichtig sein, diese Energie aufrecht zu erhalten und weiter für die Demokratie auf die Straße zu gehen, denn die entscheidenden Wahlen sind erst im Sommer bzw. Spätsommer. Die nächsten Demo-Termine stehen bereits an. Schau doch mal, wann die nächste Demonstration in deiner Nähe stattfindet und frage Freund*innen und deine Familie, ob sie mit dir gemeinsam hingehen wollen. Alle Demo-Termine findest du bei Zusammen-gegen-Rechts.

2. Arbeite mit anderen engagierten Menschen an Projekten gegen Rechts

Bild: Initiative offene Gesellschaft

Gemeinsam mit Gleichgesinnten auf Netzwerkveranstaltungen an Ideen für eine vielfältige, offene und demokratische Gesellschaft zu arbeiten kann ein gutes Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln. Wir stellen drei Initiativen vor, die regelmäßig Möglichkeiten und Veranstaltungen organisieren, bei denen du aktiv mitgestalten kannst.

Initiative Offene Gesellschaft

Der Verein arbeitet Hand in Hand mit Institutionen und Bürger*innen für mehr politische Teilhabe und gesellschaftlichen Fortschritt. Radikal konstruktiv für Lösungen, die sich in der Praxis bewähren. Dafür betreiben sie ein Demokratie-Hub und veranstalten regelmäßig den Tag zur Offenen Gesellschaft. Dieser findet in diesem Jahr am 15.06. 2024 statt.

Stiftung Bürgermut

Die Stiftung organisiert regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen zur Vernetzung und Professionalisierung von Engagierten, Vereinen und Non-Profits. Dazu zählen Barcamps für persönliche Begegnungen und Austausch, Workshops und Webinare zur Weiterbildung in verschiedenen Tehmen sowie Publikationen mit mutmachenden Geschichten und hilfreichen Wissen.

3. Nutze Gesprächsstrategien & Fakten gegen Stammtischparolen

Bild: Canva

Egal ob der Onkel auf der Familienfeier gegen Geflüchtete hetzt, die Kollegin auf der Firmenfeier auf die Lügenpresse schimpft oder Menschen in Kommentarspalten von der großen Umvolkung schwadronieren: oft fühlen wir uns einfach sprachlos, da wir nicht gewohnt sind, solchen Aussagen zu widersprechen oder uns ganz einfach die Gegenargumente fehlen. Solche Aussagen unwidersprochen stehen zu lassen, wird jedoch leider meist als Zustimmung oder mindestens als Akzeptanz verstanden.

Genau in solchen Situationen eine Gegenposition aufzuzeigen und Aussagen zu hinterfragen ist ein wichtiger Hebel, um Falschinformationen und rechte Parolen zu entkräften – und damit ihre Normalisierung zu verhindern. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Plattformen, die dafür Trainings, Gesprächsleitfäden, Argumentationsstrategien und Faktenchecks anbieten. Einige davon wollen wir hier vorstellen:

Interaktive Trainings

Argumentationstraining | Netzwerk für Demokratie & Courage

Das Argumentations- und Handlungstraining richtet sich an engagierte Menschen aus Gesellschaft, Politik und Bildung und vermittelt Wissen zu menschenfeindlichen Einstellungen und Ideologien, zeigt Handlungsoptionen und erprobt diese in Übungen. Die Trainings können individuell angefragt werden. Da sie Kosten mit sich bringen, kann es sinnvoll sein, sie gemeinsam mit anderen zu absolvieren, z.B. mit Kolleg*innen oder Freund*innen.

Training gegen Hate Speech im Netz | Heinrich-Böll-Stiftung (27.03.2024)

„Schau nicht in die Kommentarspalte“ ist zu einem Grundverständnis der Selbstfürsorge im Netz geworden. Dabei kann Social Media so viel sein: Tool für Empowerment, Vernetzung und Solidarisierung mit marginalisierten Gruppen. Im Workshop werden Hintergründe und Auswirkungen von Hate Speech beleuchtet und unterschiedliche Optionen zur eigenen Positionierung gegen Hass im Netz vorgestellt und diskutiert.

Gesprächstipps & Argumentationsleitfäden

Gesprächstipps & Guides | Kleiner Fünf

Die Initiative gibt dir wertvolle Tipps, wie du radikal höflich, das heißt sachlich und respektvoll, rechten Argumentationen entgegentreten kannst. Dafür haben sie eine Reihe von Empfehlungen zusammengestellt, um mit verschiedenen Menschentypen ins Gespräch zu kommen.

Gesprächsstrategien | Rosa-Luxemburg-Stiftung

In ihrer Broschüre „Haltung zeigen“ bietet die Rosa-Luxemburg-Stiftung Gesprächsstrategien. Dazu gehört unter anderem, das Gegenüber aufzufordern, bei einem Thema zu bleiben, offene Nachfragen zu stellen oder einen Perspektivwechsel anzuregen.

Fakten als Argumentationsgrundlage

Wenn die AfD an die Macht käme…

Unter diesem Titel hat verdi Mittelfranken verschiedene Fakten aus verschiedenen Programmen der AfD in einer Broschüre zusammengetragen, die vermutlich vielen der AfD Wähler*innen so nicht bewusst sind. So würden Arbeitnehmendenrechte stark eingeschränkt, Frauen müssten „zurück an den Herd“ und Menschen mit Behinderung würden systematisch ausgegrenzt.

Fakten zu Flucht & Asyl – von Pro Asyl

Wie viele Menschen suchen überhaupt in Deutschland asyl? Sind die Kapazitäten für eine Aufnahme erreicht? Und sollten Asylsuchende gemeinnützige Arbeit verrichten? Die Organisation Pro Asyl hat auf ihrer Seite verschiedene Fakten und Zahlen zur Asyldebatte zusammengetragen, die zusätzliche Informationen als Grundlage für informierte Gespräche liefern.

Fakten zu Flucht & Asyl – vom Mediendienst Integration

Der Mediendienst Integration hat ebenfalls eine gut strukturierte Übersicht zu Fragen rund um die Themen Flucht und Asyl herausgegeben. Darin findest du Fakten rund um die Zahl der nach Deutschland geflüchteten Menschen, generelle Informationen zum Asylrecht sowie aktuelle Zahlung zu Arbeit und Bildung von Geflüchteten in Deutschland.

4. Verstehe das Rassismus-Problem, indem du Betroffenen zuhörst

Bild: Canva

Zu verstehen, mit welchen Rassismen und Diskriminierung sich die Menschen, die Rechtsextreme als „Nicht-Deutsch“ bezeichnen, regelmäßig konfrontiert sehen, ist eine wichtige Grundlage für Gespräche und Diskussion. Anmesty International zeigt auf seiner Seite eine gute Auswahl antirassistischer Literatur, Filme und Podcasts mit deren Hilfe du dich informieren und ein besseres Verständnis entwickeln kannst.

Mit dabei sind unter anderem Bücher/Podcasts von Tupoka Ogette (Exit Racism), Alice Hasters (Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten), Kübra Gümüşay (Sprache und Sein) oder Emilia Roig (Why we matter – Das Ende der Unterdrückung).

5. Engagiere dich aktiv in demokratiefördernden Projekten über vostel.de

Bild: Start with a Friend

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von gemeinnützigen Organisationen, die sich ganz gezielt gegen Rechts und für Demokratie engagieren. Einige davon findest du auf vostel.de und kannst hier mit ihnen in Kontakt treten, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Dazu gehören u.a.:

Arolsen Archiv

Die Organisation möchte Wissen über die Nazi-Verbrechen in die heutige Gesellschaft bringen und betreibt dafür ein umfangreiches Online-Archiv. In ihrem aktuellen Projekt #everynamecounts kannst du sie von zu Hause dabei unterstützen, Namen und Daten von Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus zu erfassen und für die Nachwelt zu dokumentieren. Gegen das Vergessen und für Respekt und Vielfalt.

Start with a Friend

Die Organisation verbindet mit verschiedenen Projekten Einwander*innen und Locals zu Tandems basierend auf Interessen und Bedarfen. Im Idealfall erwächst daraus eine Freundschaft, in jedem Fall entsteht ein gesellschaftliches Netzwerk, das Einwander*innen ihren Start in Deutschland erleichtert. Für mehr Vielfalt und Gemeinschaft.

Starke Demokratie e.V.

Der Verein bietet konkrete Unterstützung für Menschen in der Kommunalpolitik gegen Hass und Gewalt, zum Beispiel durch gezielte Erst-Informationen oder Sensibilisierungs-Workshops. Mit der Unterstützung von Politiker*innen im kommunalen Umfeld arbeitet der Verein für den Erhalt und die Stärkung unseres demokratischen Systems.

Auf vostel.de findest neben diesen auch viele weitere Projekte, in denen du dich gegen Rechts und für mehr Demokratie engagieren kannst.

6. Spende für Organisationen gegen Rechts & für eine starke Demokratie

Bild: Gesicht Zeigen!

Natürlich kannst du, Organisationen, die sich aktiv gegen Rechts und für Demokratie engagieren, auch mit einer Spende unterstützen und so ihre Arbeit finanzieren. Wir stellen dir hier ausgewählte Organisationen vor. Dabei ist die Liste natürlich nicht vollständig. Wenn du weitere unterstützenswerte Initiativen kennst, schreib uns gerne eine Mail an hello@vostel.de oder hinterlasse uns einen Kommentar. Wir freuen uns auf deinen Hinweis!

CORRECTIV

CORRECTIV ist ein gemeinwohlorientiertes Medienhaus, das Demokratie stärkt. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen sie für investigativen Journalismus. Sie lösen öffentliche Debatten aus – wie zuletzt bei den Veröffentlichtungen zum Geheimtreffen Rechtsextremer in Potsdam, arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.

Gesicht Zeigen!

Der Verein steht und arbeitet für Respekt und Toleranz. Gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt. In Kampagnen, Fortbildungen, Veranstaltungen, Workshops. Sie sind in der Öffentlichkeit genau so aktiv wie an der Basis. Sie arbeiten an Schulen und mit gesellschaftlichen Multiplikator*innnen. Damit leben sie Demokratie und arbeiten für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Aktuell, politisch, interaktiv.

Schule ohne Rassismus

An bundesweit rund 4.300 Schulen (Stand: November 2023) haben die Schülerinnen und Pädagoginnen sich entschieden: Sie wollen eintreten für eine Welt, in der die Gleichwertigkeit aller Menschen gelebt wird. Über zwei Millionen Schülerinnen besuchen mittlerweile eine Schule, deren Mitglieder sich dazu verpflichtet haben, sich nachhaltig für die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Es sind die Kinder und Jugendlichen, die an den Courage-Schulen entscheiden, mit welchen Themen sie sich beschäftigen möchten. Mit Unterstützung ihrer Pädagoginnen bestimmen sie also selbst, was die Agenda ihres Engagements ist.

Zentrum für politische Schönheit

Das Zentrum für Politische Schönheit versteht sich als der radikale Flügel des Humanismus und veranstaltet regelmäßig aufsehenerregende Aktionen. Aktuell sammeln sie auf der Webseite afd-verbot.de Beweise von Bürger*innen für die Demokratiefeindlichkeit von AfD-Mitgliedern.

Ihre Grundüberzeugung ist dabei, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, der Abwehr von Hilfesuchenden und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss.

Kein Bock Auf Nazis

Kein Bock auf Nazis (KBAN) ist eine bunte und undogmatische Initiative mit einer klaren Mission: Mut machen gegen Rechts! Seit 2006 supporten, vernetzen und informieren sie Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema extreme Rechte, Rassismus und Neonaziszene. Dabei versorgen sie Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die sich gegen rechts engagieren mit Infomaterial, Plakaten und Aufklebern. Über unsere Social Media Accounts helfen sie zudem bei der Mobilisierung von Protestaktionen.


Dein vostel.de Team wünscht dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen beim Engagieren gegen Rechts und für Demokratie!

Gruppenfoto des vostel-Teams

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